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- Tsch?
Fri, 14 Jan 2005 06:12:54 -0600 Author: noemail@noemail.org (Wolfgang Harrer)
Ein Schlusswort zu einem Blog? Ein Unding. Ein Blog ist Teil einer Konversation; angenehme Gespräche enden ? im Idealfall ? nicht in einem Schlusswort. Was ich Ihnen aber in meinem letzten Blog-Eintrag noch erzählen könnte, ist, dass sich in diesen vergangenen zwei Wochen auch meine eigene Sicht auf die Welt dauerhaft verändert hat.
Zwei Wochen lang hatte ich das Privileg, in Asien, Europa und Amerika herumzutelefonieren, um mir ein eigenes Bild von der Tsunami-Katastrophe und ihren möglichen Folgen zu machen. Mit einer guten Kaffeemaschine ausgestattet und auf der Suche nach Informationen, verbrachte ich täglich 18 oder noch mehr Stunden im Netz. Der Alltag stand still, Briefe und Rechnungen liegen noch ungeöffnet auf dem Schreibtisch. Die Januar-Miete ging zum Glück per Dauerauftrag ?raus, andernfalls hätte ich sie erstmals glatt vergessen. Ab heute kehre ich nun aber in die derzeit von so vielen Leitartiklern beschworene Normalität zurück und stelle fest: Sie passt nicht mehr.
Vor dem 26. Dezember hätte ich zum Beispiel nicht erwartet, in Bangladesch auf einen Blogger zu stoßen, der im Internet deutsche Zeitungen liest und sich beim Thema Audio-Streaming besser auskennt als die meisten Techies hier im Silicon Valley. Ich hätte nicht erwartet, dass Freiwillige aus Afrika, Asien, Europa und Amerika sich innerhalb von Stunden nach dem Tsunami im Internet zusammenfinden und gemeinsam äußerst hilfreiche Websites errichten, ohne sich jemals vorher getroffen zu haben. Ich hätte auch nicht erwartet, auf alternative Hilfsorganisationen in den Tsunami-Regionen zu treffen, deren Namen ich noch nie zuvor gehört hatte, deren dezentrale Philosophien aber die Wiederaufbau-Konzepte der etablierten Riesen plötzlich antiquiert aussehen lassen.
Und ich hätte nicht erwartet, dass ein Mann, der in der Flutwelle seine gesamte Arbeit der letzten Jahre verloren hat, diese Worte zu mir sagen würde: "Das Meer ist heute morgen wieder wunderschön und windstill.?
Die Katastrophe in Asien ist noch längst nicht vorbei. Sie hat mir aber die Augen dafür geöffnet, dass unsere Erde klein und kostbar ist, dass es wunderbar viele intelligente und gutherzige Menschen in der Welt gibt und dass das Internet als Medium noch sehr jung und sehr, sehr vielversprechend ist.
Es gibt viel Grund zu Mut und Hoffnung.
Machen Sie?s gut.
Ihr Wolfgang Harrer - danke
Fri, 14 Jan 2005 06:02:35 -0600 Author: noemail@noemail.org (Wolfgang Harrer)
Das ZDF-Tsunami-Blog wäre nicht möglich gewesen ohne die gute Zusammenarbeit mit ZDFonline. Tina Kutscher, Andreas Heck, Holger Meier und Rolf Zimmermann: Danke!
Vielen herzlichen Dank auch an alle Leserinnen und Leser, die mir Links, Fotos und Themen-Hinweise gemailt haben.
I also would like to thank Alysa Selene in California for her excellent work as a researcher and producer.
- WHO-Berichte zur Seuchengefahr
Fri, 14 Jan 2005 04:36:44 -0600 Author: noemail@noemail.org (Wolfgang Harrer)
Zur Seuchengefahr in den Tsunami-Regionen:
Die Weltgesundheitsorganisation WHO stellt tägliche Berichte ins Netz, die sehr detailliert über die Situation in den verschiedenen Tsunami-Regionen Auskunft geben.
-->WHO-Tagesberichte
Selbstverständlich wird auch die Redaktion von heute.de die Lage in Südasien weiterhin für Sie beobachten.
-->heute.de - "Die Welt ist wissenschaftlicher geworden"
Thu, 13 Jan 2005 22:43:00 -0600 Author: noemail@noemail.org (Wolfgang Harrer)
Der britische Autor Simon Winchester beschäftigt sich mit der Auswirkung historischer Naturkatastrophen auf Kultur und Religion der betroffenen Länder. Sein jüngster Bestseller "Krakatoa: Der Tag, an dem die Welt explodierte" beschreibt die Explosion des zwischen Java und Sumatra gelegenen Vulkans Krakatoa im Jahr 1883, in deren Folge mehr als 40.000 Menschen ums Leben kamen. Damals, so der Autor, nutzten islamische Geistliche auf Sumatra das Unglück sofort, um die Bevölkerung gegen die holländischen Kolonialherren aufzustacheln. Der Vulkanausbruch, so die damalige Logik der Mullahs, sei die Strafe Allahs für die Einwohner Sumatras, da sie ungläubige Holländer auf ihrer Insel geduldet hätten. Es kam zur Rebellion und schon wenige Jahre später hatten die Holländer die Kontrolle über Sumatra verloren.
Der amerikanische Sender PBS fragte den Autor nun, welche Parallelen er zwischen der Situation von 1883 und der jetztigen Tsunami-Katastrophe auf Sumatra sehe. Winchesters hoffnungsvolle Antwort: "Die Menschen wissen heute genug über die tatsächlichen, wissenschaftlichen Entstehungsgründe solcher Katastrophen. [..] Trotz der Medien-Berichte über die Angst-Predigten einzelner radikaler Mullahs auf Sumatra glaube ich nicht, dass es nun erneut zu religiösen Ausschreitungen kommen wird."
-->Das PBS-Interview mit Simon Winchester (Text, Audio, Video)
-->Website des Autors Simon Winchester (Lese- und Hörproben) - ...so ganz allm?ich
Thu, 13 Jan 2005 18:59:56 -0600 Author: noemail@noemail.org (Wolfgang Harrer)
So ganz allmählich werde ich das Tsunami-Blog nun ausklingen lassen.
In den letzten Tagen habe ich noch einige neue Hinweise auf Websites für freiwillige Helfer erhalten, die ich hier noch einmal kurz für Sie zusammengestellt habe. Die Bundesregierung hat zu Recht schon mehrmals davon abgeraten, sich auf eigene Faust in die Katastrophengebiete aufzumachen, bei den folgenden Links handelt sich jedoch weitestgehend um professionelle Organisationen, die weiterhin nach Freiwilligen mit verschiedenen Spezialkenntnissen suchen.
United Nations Volunteers:
www.unvolunteers.org
Consortium of Humanitarian Agencies, Sri Lanka:
www.humanitarian-srilanka.org
Sarvodaya, Sri Lankas größte Hilfsorganisation:
Sarvodayas Freiwilligen-Forum
Association for India's Development(AID):
Aid India, Freiwilligen-Forum
Ärzte ohne Grenzen:
www.aerzte-ohne-grenzen.de/Mitarbeit
World Volunteer Web:
www.worldvolunteerweb.org
SEA-EAT Blog:
Internationale Hilfsanfragen des SEA-EAT Blog - ...es gibt auch gute Nachrichten
Thu, 13 Jan 2005 15:16:28 -0600 Author: noemail@noemail.org (Wolfgang Harrer)
Über die vom Aussterben bedrohten Meereschildkröten Thailands ist in den letzten Tagen immer wieder einmal kurz berichtet worden. Einige der über 150 kg schweren Meeresschildkröten wurden nach der Flutwelle mehr als einen Kilometer weit landeinwärts gefunden, viele davon sind schwer verletzt. Thailändischen Meeresbiologen ist es jetzt aber offenbar gelungen, einige der Schildkröten wieder aufzupäppeln und ihre beschädigten Panzer mit Fieberglas zu reparieren.
-->detaillierter Artikel bei Planetark.com (englisch)
-->Fotos bei der Berliner Zeitung, B.Z.
-->die mit Abstand beste Informations-Site zum Schutz der asiatischen Meeresschildkröten mit detaillierteren Berichten aus den verschiedenen Tsunami-Regionen: www.ioseaturtles.org (suchen Praktikanten)
-->Spendenaufruf für den Wiederaufbau des Turtle Conservation Projects, Sri Lanka - Die Flut und Thailands Kreditw?gkeit
Thu, 13 Jan 2005 14:03:45 -0600 Author: noemail@noemail.org (Wolfgang Harrer)
Zu Thailands Absage an ausländische Hilfskredite schreibt die Neue Züricher Zeitung:
"Zumal in Thailand im Februar Neuwahlen anstehen, wäre es wohl naiv, anzunehmen, demonstrativer Nationalstolz sei bei den Ankündigungen des populistischen Ministerpräsidenten nicht auch eines der Motive gewesen. Vor allem stand jedoch dahinter eindeutig die Überlegung, nicht mit der Annahme von Finanzgeschenken das für künftige Staatsanleihen wichtige und nach der «Asienkrise» hart erarbeitete gute «Rating» des Landes verschlechtern sowie das Ansehen als gute Destination für ausländische Direktinvestitionen nicht schädigen zu wollen."
-->Artikel NZZ - Die ?ogischen Folgesch?n des Tsunami
Thu, 13 Jan 2005 03:13:00 -0600 Author: noemail@noemail.org (Wolfgang Harrer)
Über die ökologischen Folgeschäden des Tsunami ist bisher noch wenig bekannt. Mehrere Ozeanologen aus Südasien, die ich in den letzten Tagen via email um Stellungnahmen bat, schrieben, sie hätten einfach noch nicht genügend Daten vorliegen, um Art und Ausmaß der Schäden überhaupt abschätzen zu können. Aus ihren Antworten lässt sich aber zumindest schon einmal eine kurze Liste möglicher Folgen der Flutwelle zusammenstellen:
-Grundwasserversalzung: Es gilt als wahrscheinlich, dass die Flutwelle nicht nur in den unmittelbar überspülten Küstenstreifen zu Grundwaserversalzung führte, sondern auch weiter landeinwärts den Salzgehalt des Grundwassers erhöht hat.
-Korallenriffe: Die amerikanische Klima- und Meeresbehörde NOAA geht davon aus, dass unzählige Autos, Busse und andere große Gegenstände (z.B. Kühlschränke) ins Meer gespült wurden und dort jetzt von den Wellen wie eine Abrissbirne fortwährend gegen empfindliche Korallenriffe geschleudert werden.
-Besorgniserregend ist die Tatsache, dass die Flutwelle auch küstennahe Fabriken überspült hat und dabei allerlei Chemikalien mit zurück in Meer geflossen sein dürften. Die Regierung Hong Kongs empfahl ihren Bürgern bereits, keine Fische aus der Tsunami-Region zu essen, da die Gefahr überdurchschnittlich hoher Schwermetallbelastung bestehe. Nach einem Bericht der Agentur Reuters haben mehrere Ärzte und Wissenschaftler in der Region diese Warnung jedoch als übertrieben kritisiert.
-Die NOAA-Wissenschaftler gehen davon aus, dass die enormen Mengen an Erdreich, die von der Flutwelle mit ins Meer hinausgespült wurden, küstennahe Fisch-Habitate zerstört haben könnten. Langfristig, so die Wissenschaftler, würden sich diese Habitate wieder erholen. Für viele Fischer könnte dies jedoch den Verlust ihrer Lebensgrundlage bedeuten.
-->Zusammenfassung in der Zeitung Metro Daily West, Massachusetts
-->Reuters-Artikel über die Schäden an Korallen-Riffen - Rheingold: "SMS ist Internetplattform der Armen" (audio)
Wed, 12 Jan 2005 15:11:33 -0600 Author: noemail@noemail.org (Wolfgang Harrer)
Es gibt natürlich von wichtigeren Dingen zu berichten, als den Auswirkungen der Flut auf die internationale Medienlandschaft. Es ist aber davon auszugehen, dass die Flutwelle vom 26.12.04 in ein paar Jahren einmal von Kommunikationswissenschaftlern als wichtiger Meilenstein des sogenannten Citizen-Journalism betrachtet werden wird.
Als Citizen-Journalism gelten Massenmedien, die nicht mehr von Journalisten, sondern von Privatpersonen produziert werden. Bisher erfolgreichstes Beispiel war die koreanische Website Ohmynews mit ihren rund rund 30 000 "Citizen Reporters". Die Tsunami-Katastrophe zeigte jetzt, dass das Prinzip des Citizen-Journalism auch in Notsituationen funktioniert. Nur wenige Minuten nach der ersten Flutwelle trugen die Überlebenden ihre Augenzeugenberichte, Handy-Fotos und Digital-Videos im Internet zusammen und waren den kommerziellen Nachrichtenagenturen um Stunden, zum Teil sogar um Tage voraus. Während die westlichen Massenmedien dieses Phänomen inzwischen zögerlich anerkennen und vor allem über den wachsenden Einfluss der Blogs schreiben, bleibt ein anderes Phänomen jedoch weitgehend unbeachtet: Die völlig andere soziale Funktion von SMS-Nachrichten in den Katastrophengebieten Südasiens. Um es verkürzt auszudrücken: Blogging ist immer noch ein Hobby für Wohlhabende; es erfordert einen Computer, eine Internetverbindung, eine stabile Stromversorgung, sowie ein Mindestmaß an Computerkenntnissen und freier Zeit. In weiten Teilen Asiens ist deshalb nicht der Computer das Zugangsmedium zu den Informationsnetzwerken, sondern das Handy und die SMS-Message. (Selbst im reichen Japan ist nicht der PC, sondern das i-mode-Handy das primäre Medium für den Internetzugang). Während die SMS in Westeuropa vor allem für die private Kontaktpflege genutzt wird, dient sie in vielen der quasi-diktatorisch regierten Länder Asiens schon seit Jahren als alternatives Medium zu den regierungstreuen Massenmedien. Auf den Philippinen beispielsweise organisierten sich im Jahr 2001 mehr als eine Million Einwohner Manilas via SMS zu Protestdemonstrationen gegen den korrupten Präsidenten Estrada. Die SMS-Nachricht lautete: "Go 2EDSA. Wear blck". Vier Tage lang demonstrierten dann mehr als eine Million Menschen in schwarzer Kleidung auf der EDSA-Avenue. Estrada verlor sein Amt und die "Generation Txt" hatte ihren ersten großen Erfolg. Auch in der Tsunami-Krise war die SMS das eigentlich innovative Medium. Überlebende und Rettungshelfer schickten ihre ersten Berichte via SMS an speziell dafür eingerichtete Websites, thailändische Behörden orteten europäische Überlebende via SMS; später wurden in Asien und Europa Spenden in Millionenhöhe via SMS oder über den Verkauf von Benefiz-Klingeltönen gesammelt. Einer der westlichen Journalisten, die dieses Phänomen früher als die meisten anderen erkannte, ist Howard Rheingold. Sein weltweiter Bestseller "Smart Mobs - The Next Social Revolution" machte schon vor zwei Jahren auf die SMS-Bewegungen Südasiens aufmerksam. In unserem Telefongespräch (siehe mp3) unterhielten wir uns über die Bedeutung der SMS in der Tsunami-Katastrophe und über die Zukunft des Internet."Es gibt mehr Handy-Besitzer in der Welt als Computer-Besitzer. Das Handy ist zunehmend die Internetplattform der Armen", sagt Rheingold, "was wir aber jetzt gerade beobachten können, ist die spontane Selbst-Organisation eines internationalen Rettungseinsatzes."
Audio-Interview, Howard Rheingold, Autor von "Smart Mobs", Kalifornien, USA.
(Englisch, 16'30 min.)
RealAudio-Stream
mp3-Audio (Für direkten Download: Rechter Mausklick, 6,6 MB)
-->alle bisherigen Audio-Interviews
-->Howard's Blog www.smartmobs.com
-->Steve Outings Artikel über Citizen Journalism in der Tsunami-Katastrophe - ...Indonesien hat ein Problem
Wed, 12 Jan 2005 13:15:17 -0600 Author: noemail@noemail.org (Wolfgang Harrer)
Die indonesische Regierung hat heute die Bewegungsfreiheit der ausländischen Katastrophenhelfer in der Unruheprovinz Banda Aceh weiter eingeschränkt. Zugleich setzte sie ausländischen Soldaten im Einsatz für die Flutopfer in der Region eine Frist von drei Monaten für den Abzug. "Drei Monate sind genug, aber je eher sie gehen, umso besser", sagte Vizepräsident Jusuf Kalla nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Antara.
-->mehr bei ZDFonline - Hoffnung im Chaos
Wed, 12 Jan 2005 04:29:42 -0600 Author: noemail@noemail.org (Wolfgang Harrer)
Es ist faszinierend, wie das Internet inmitten der Tsunami-Katastrophe sein Potenzial als dezentrale Arbeitsplattform entfaltet. Ein Beispiel: Auf Sri Lanka haben sich zahlreiche Hilfsorganisationen entschlossen, ihre Arbeit über eine gemeinsame Website zu koordinieren. Auf einer anklickbaren Landkarte von Sri Lanka kann jetzt jede einzelne Hilfs-Organisation täglich sehen, welche Hilfsmaßnahmen von wem und an welchem Ort durchgeführt werden. Gleichzeitig können sich auch die lokalen Behörden und Medien davon überzeugen, dass keine der Tsunami-Regionen bevorzugt wird. Und selbst die Spender aus dem Ausland können nun leichter mitverfolgen, was mit ihrem Geld geschieht.
-->Anklickbare Landkarte des Consortium of Humanitarian Agencies
-->Detailkarte und Arbeitsberichte für den Bezirk Matara, Sri Lanka - Angeblich Al-Qaeda-Unterst?r in Aceh
Wed, 12 Jan 2005 01:37:00 -0600 Author: noemail@noemail.org (Wolfgang Harrer)
Indonesiens Regierung hat angeblich Islamisten in die Region Aceh eingeflogen, die in engem Kontakt zum Al-Qaeda-Netzwerk von Osama Bin Laden stehen sollen. Das meldet "Democracy Now", eine links-liberale Nachrichtensendung, die auf mehr als 300 amerikanischen TV- und Radio-Sendern ausgestrahlt wird.
Die Journalistin Amy Goodman präsentierte in ihrer Sendung einen Journalisten namens Allan Nairn, der gerade erst aus Aceh zurückgekehrt sei. Nairn sagte, das indonesische Militär versuche mit dieser Aktion, der US-Regierung einen öffentlichkeitswirksamen Vorwand zu liefern, um ihre Militärhilfe für Indonesien wiederaufnehmen zu können. Seit dem Massaker von Ost-Timor, bei dem indonesische Militärs und Milizen im Jahr 1999 etwa 1500 Menschen töteten, haben die USA ihre Militärhilfen für Indonesien stark reduziert. Aus geostrategischer Sicht ist Indonesien aber für die USA (wie auch für die EU) ein wichtiger Stützpunkt: Zwischen der Provinz Aceh und Malaysia verläuft die "Straße von Malakka", eine der wichtigsten Seeverbindungen zwischen der Golfregion, Europa und Ostasien. Es wird geschätzt, dass etwa ein Drittel des weltweiten Güterhandels durch die Straße von Malakka führt, die zunehmend von Piratenangriffen heimgesucht wird. Darüberhinaus ist die Region Aceh reich an Erdgas und Erdöl.
-->Transkript des Interviews bei Demcocracy Now.
