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US-Wahl 2004

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  • Last update: Wed, 17 Nov 2004 13:55:55 -0600
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 The joint blog about the US Election by Germany's Deutsche Welle and ZDF-TV. Blog-Correspondent Wolfgang Harrer writes this blog from Washington D.C. Text and Audio. (mp3, realaudio, wma). The texts are in German, audio interviews are in English. Includes ipodder-feed.

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    ...und noch 'was (leisere T?aus D.C.)
    Fri, 05 Nov 2004 15:10:45 -0600
    An einem der hektischen Abende vor der Wahl war ich noch kurz am Potomac, etwa 15 Minuten vom Pentagon entfernt, spazieren. Es war ein ungewöhnlich warmer Abend, Eltern saßen mit ihren Kindern am Spielplatz, Liebespärchen schlenderten die Uferpromenade entlang, unterbrochen von den obligatorischen Joggern mit Kopfhörern und ihren "You-can-do-It!"-Motivationskassetten im Walkman.
    Ein älterer Herr kam mit einem Leiterwagen an, stellte gemächlich einen Tisch auf und plazierte darauf 60 Trinkgläser in verschiedener Größe, jedes mit Wasser gefüllt. Dann fing er an, mit nassen Fingern über die Gläserränder zu streichen, um seine "Glasharfe" zu stimmen. Mehr und mehr Spaziergänger blieben stehen, angezogen von diesen leisen aber weit tragenden Tönen. Endlich beginnt er sein Abendkonzert: Mozart, Händel und Johann Sebastian Bach. Als ich ihn frage, ob ich mein Aufnahmegerät einschalten dürfe und er hört, daß ich aus Deutschland komme, freut er sich von Herzen. Einer der für ihn wichtigsten Glasharfinisten kam aus Stuttgart, erzählt er später.

    Mein improvisierter Mitschnitt dieses unerwarteten Abendkonzerts in Washington ist mein vorerst letztes Audiostück für Sie in diesem Wahlblog aus den USA. Hoffentlich gelangen auch in diesen nächsten vier Jahren weiterhin viele leise Töne und viele private Stimmen aus Amerika nach Deutschland und umgekehrt.

    Audio: Abendliches Straßenkonzert am Potomac, der Musiker ist Jamey Turner. 9'30 min
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    mp3-Download, 3,9 MB (rechter Mausklick)

  • not over yet
    Fri, 05 Nov 2004 15:04:36 -0600
    ich werde hier gerade gefragt, ob dies nun das Ende dieses Blogs ist. Well...ich weiß es ehrlich gesagt noch nicht. Anfang kommender Woche wissen wir hoffentlich schon mehr. Die unmittelbare Wahlberichterstattung ist aber erst einmal vorbei, schließlich wissen wir jetzt, wer der neue Präsident ist. Persönlich bin ich aber extrem gespannt, welchen Kurs diese neue Regierung fahren wird. Seine erste Wahl vor vier Jahren gewann George Bush nur mit Hilfe des Supreme Court und regierte dann aber, wie wenn er einen Erdrutschsieg in der Wählergunst errungen hätte. Wie wird er jetzt agieren, nachdem er sich nicht einmal mehr um seine Wiederwahl sorgen machen muß und nachdem er und seine Partei nicht nur das Weiße Haus, sondern auch Senat und Repräsentantenhaus kontrollieren und außerdem die Mehrheit der Gouverneure stellen? Wird George W. Bush tatsächlich die Gelegenheit erhalten, mehr als nur Rehnquists Nachfolger im Supreme Court zu ernennen?

  • thanks!
    Fri, 05 Nov 2004 07:01:26 -0600
    ....so langsam neigt sich dieses Experiment hier seinem Ende zu. Ich verpacke gerade mein Audio-Equipment; an der Wand meines Hotelzimmers hängt noch die große Landkarte der US-Bundesstaaten mit vielen blauen und roten Aufklebe-Fähnchen...mehr rote als blaue...
    Ein herzlicher Dank an die Kollegen bei DW-WORLD.DE, dem Onlineangebot der Deutschen Welle und bei ZDFonline für die Bereitschaft, sich auf dieses Projekt so kurzfristig einzulassen und vor allem für die gute Zusammenarbeit!

    In D.C. danke ich Alysa Selene für ihre unverzichtbare Mitarbeit.
    Sehr wertvoll waren auch die Hinweise und Tips der Blogger Nicole
    Simon
    und Fabian Mohr

  • Diebold-Ger?e und Man?kritik
    Fri, 05 Nov 2004 06:08:43 -0600
    Daß der überragende Wahlsieg George W. Bushs angezweifelt wird, war zu erwarten. Schon am Morgen nach der Wahl berichteten verschiedene Blogs darüber, daß die von den TV-Sendern am Wahlabend zitierten Exit-Polls sich später in all den Staaten bewahrheitet hätten, in denen keine Diebold-Wahlmaschinen verwendet wurden. In Bundesstaaten mit Diebold-Wahlmaschinen hingegen seien die späteren Wahlergebnisse stark von den Exit-Polls abgewichen. Exit-Polls sind Umfragen unter Wählern, die ihre Stimme bereits abgegeben haben. Am Wahlabend zeigten sie noch einen Sieg von Kerry in Florida und Ohio, wichen von den späteren Wahlergebnissen aber so stark ab, daß mehrere Sender dann angeblich auch ihre Exit-Polls rückwirkend korrigiert hätten. Der landesweit sendende Talkshowmoderator und Buchautor Thom Hartman schreibt heute morgen bereits von möglichem Wahlbetrug.
    Die Kolumnistin Arianna Huffington hingegen rückte die Dinge schon am Morgen nach der Wahl zurecht: "Die Wahl wurde nicht gestohlen. Kerry hat sie verloren", schreibt Huffington. Statt einen Wahlkampf der großen Ideen zu führen, in dem die Unterschiede zwischen Bush und Kerry deutlich werden, habe Kerry sich zu sehr um die unentschlossenen Wähler bemüht und dabei einen feigen, rückgratlosen Eiertanz hingelegt. Huffington kennt Wahlkämpfe aus eigener Erfahrung. Sie war unabhänigige Konkurrentin Arnold Schwarzeneggers bei den kalifornischen Gouverneurswahlen.

  • Play this podcast (6mb)
    Anholt: "Eine Trag? f?ie Marke Amerika"
    Fri, 05 Nov 2004 02:59:21 -0600
    Ich bin überrascht, wie viele PR-Mitarbeiter amerikanischer Unternehmen mir heute private emails geschickt haben, um ihr Bedauern über das Wahlergebnis auszudrücken. Den großen amerikanischen Markenartikelherstellern liegt Amerikas Image in Europa offensichtlich (und aus verständlichen Gründen) am Herzen. Ich habe zu diesem Thema nun gerade ein Interview mit Simon Anholt geführt. Anholt ist nach Ansicht des "Economist" einer der weltweit führenden Experten für das Image-Marketing ganzer Nationen, er berät unter anderem auch die Regierung Tony Blairs. Pünktlich zur US-Wahl erschien sein jüngstes Buch "Brand America - The Mother of all Brands". Anholt hatte eigentlich gehofft, daß die "Firma Amerika" am 2. November ihren "Geschäftsführer" austauschen würde. "Was jetzt aber mit der Marke Amerika geschieht", sagt Anholt, "ist eine Tragödie".

    Amerikanische Unternehmen, so Anholt weiter, haben sich jedoch schon seit einigen Jahren auf einen möglichen Imageverfall Amerikas vorbereitet. Die Strategie: Lokalisierung. "Coca Cola, beispielsweise, hatte vor einigen Jahren nur eine Marke", sagt Anhold, "heute besitzt Coca Cola rund 400 verschiedene Marken in etwa 200 Ländern und viele dieser Marken sind absichtlich nicht mehr als amerikanisch erkennbar."

    Interview Simon Anholt, (Englisch, 13'40 min)
    Real Audio Stream
    Windows Media Stream
    mp3-Download, 5,5 MB (rechter Mausklick)

  • Die "Spitzenkandidaten 2008"
    Thu, 04 Nov 2004 18:18:38 -0600

    Es gibt viele Wege, mit Niederlagen umzugehen. Zum Beispiel auch den, schon wenige Stunden nach der verlorenen Wahl die Kandidatenfrage für die nächsten Präsidentschaftswahlen im Jahr 2008 zu diskutieren. Innerhalb der Demokratischen Partei wird derzeit Hillary Clinton als aussichtsreichste Kandidatin für 2008 gehandelt. Die Senatorin hat nicht nur eine große Anhängerschaft innerhalb der Partei, sie gilt auch als äußerst geschickt im Auftreiben von Spendengeldern. Als wahrscheinlicher Spitzenkandidat der Republikaner gilt indessen New Yorks ehemaliger Bürgermeister Rudy Giuliani.

    Giuliani war in den letzten Wochen auf Wahlkampftour für Präsident Bush und hatte dabei die Aufgabe als "der Bürgermeister von Amerika", an die Gefährdung amerikanischer Städte durch Terroristen zu erinnern. Bereits in der Nacht der Stimmenauszählung forderte Giuliani Kerry öffentlich auf, seine Niederlage einzugestehen und positionierte sich damit schon einmal als in-offizieller Sprecher der Republikaner.

    In britischen Wettbüros, wo auf den Ausgang der jüngsten Präsidentschaftswahlen mehr als 8 Millionen Pfund verwettet wurden, führt derzeit Hillary Clinton als die wahrscheinlichste Nachfolgerin George W. Bushs im Weißen Haus. Ihr First Husband Bill ist bis dahin vielleicht schon U.N.-Generalsekretär.



  • Play this podcast (6mb)
    "Glaubensgraben ist tief" (audio)
    Thu, 04 Nov 2004 14:56:44 -0600
    Die amerikanischen Journalisten reiben sich immer noch die müden Augen. In der Nachberichterstattung zur Wahl erregt - neben den Spekulationen um das neue Kabinett - nun vor allem ein Thema die Gemüter: Wie stark sind die evangelikalen Christen und welchen Kurs schlägt das Land unter einem gestärkten Präsidenten ein, der sich selbst als Born-Again-Christian bezeichnet?

    Ist christlicher Fundamentalismus in den USA wirklich auf dem Vormarsch? Ist die Außenpolitik der USA von christlichen Dogmen geprägt? Was ist eigentlich ein "Born Again Christian"?

    Ich habe zu diesem Thema gerade ein Interview mit Prof. Rainer Prätorius geführt. Er ist Autor des Buches "In God we trust - Religion und Politik in den USA" (Verlag C.H.Beck). Rainer Prätorius lehrt als Gastprofessor am Department of Political Science der University of Minnesota und ist Professor für Verwaltungswissenschaft an der Universität der Bundeswehr in Hamburg.
    Prof. Prätorius sagt, der Begriff "Born Again" werde zu breit verwendet, nicht alle Born-Agains seien automatisch Fundamentalisten. Gleichzeitig sieht aber auch er einen besorgniserregenden Trend in den USA, wonach christlicher Fundamentalismus inzwischen selbst an der Spitze großer Unternehmen, auf Richterbänken und im US-Senat beobachtet werden kann.

    Interview, Prof. Prätorius (Deutsch, 15 min)
    Real Audio Stream
    Windows Media Stream
    mp3-Download, 6,1 MB (rechter Mausklick)

    -->alle bisherigen Audio-Interviews

  • 60 Prozent der Kirchg?er stimmten f?ush
    Thu, 04 Nov 2004 11:17:14 -0600
    Lesenswerter Artikel in der heutigen Ausgabe der Pittsburgh Post über Bushs Erfolg bei religiösen Wählern.
    -->"voters split on cultural lines"

  • Arafat lebt noch
    Thu, 04 Nov 2004 11:03:19 -0600
    ;-), jetzt habe ich doch tatsächlich genau das gemacht, was mich an den dpa-Eilmeldungen schon seit Jahren zur Weißglut bringt: Erst die Meldung "Arafat ist tot" und dann wenige Minuten später mein Dementi, das aber nicht in der Schlagzeile steht, sondern stattdessen nur ganz am Ende im letzten Satz versteckt ist.
    Also: Arafat lebt noch (siehe Headline)

  • The Underdog on the top of the world
    Thu, 04 Nov 2004 10:50:20 -0600
    Angesichts der Tatsache, dass Bush und seine Partei das Weiße Haus, den Senat, das Repräsentantenhaus und die Mehrheit der amerikanischen Gouverneursposten kontrollieren und Bush in dieser zweiten Amtszeit evt. auch bis zu vier neue Supreme-Court-Richter ernennen kann, ist es fast dreist, wie konsequent er sich als Outsider und Underdog positioniert. Smarte Strategie! Schließlich haben wir wohl alle eine Vorliebe für Underdogs und Außenseiter, die es an die Spitze schaffen. Bush macht auch heute wieder so viele Witze über seine Probleme mit der englischen Sprache, dass die Underdog-PR-Strategie allmählich allzu deutlich wird. George Lakoff, Linguistik-Professor an der Uni Berkeley sagte zu mir vor ein paar Tagen, Bush sei sehr wohl in der Lage, genauso artikuliert zu sprechen wie John Kerry, Bush habe in Texas aber schon früh gelernt, dass er als "einfacher Mann des Volkes" sehr viel mehr Erfolg hat.

    UND: Krankenhaus in Paris dementiert die Nachricht, wonach Arafat verstorben sei.

  • Arafat tot
    Thu, 04 Nov 2004 10:44:58 -0600
    Arafat offenbar verstorben!

    journalist: You may not have heard this yet, but Arafat has passed away. What is your response to that?

    Bush: "may God bless his soul"

  • not yet
    Thu, 04 Nov 2004 10:41:01 -0600
    zur Neubesetzung des Kabinetts: "Ich habe noch nicht darüber nachgedacht"

  • Die One-Question-Rule
    Thu, 04 Nov 2004 10:24:01 -0600
    Bush besteht darauf, dass Journalisten nicht mehr drei Fragen in einer Frage verstecken. Am Anfang der Pressekonferenz sagt er: "Jetzt, wo ich das amerikanische Volk hinter mir habe, werde ich die One-Rule-Question härter durchsetzen". Inzwischen hat er bereits drei Korrespondenten wegen Verletzung seiner One-Rule-Question zurechtgewiesen. Ist das der Vorgeschmack auf die nächsten vier Jahre?

    Bisher wenig Substanz und vor allem Wiederholungen aus dem Wahlkampf. Keine Angaben zu neuen Kabinettsposten. "Sie fragen mich, ob ich mich jetzt befreit fühle? Ja, ich habe in dieser Wahl politisches Kapital gewonnen und ich habe vor, dieses Kapital jetzt zu investieren."

    Zum internationalen Ansehen der USA sagt Bush, er könne verstehen, dass viele seiner Entscheidungen in der Welt als harsch betrachtet würden, seine Aufgabe sei es aber nun einmal, das amerikanische Volk zu beschützen.

  • snapshot
    Thu, 04 Nov 2004 10:21:36 -0600
    "I will reach out to everyone who shares our goals"
    --George W. Bush

  • Giuliani ein Liberaler?
    Thu, 04 Nov 2004 10:15:11 -0600
    New Yorks ehemaliger Bürgermeister Rudi Giuliani ist im Gespräch als neuer Justizminister. Die meisten TV-Kommentatoren glauben aber, Giuliani sei wohl "nicht konservativ genug", gemeint ist damit seine etwas offenere Haltung in der Abtreibungsfrage.

  • Bush spricht ? die n?sten 4 Jahre
    Thu, 04 Nov 2004 10:02:23 -0600
    Präsident Bush gibt in wenigen Minuten eine Pressekonferenz.
    Es wird erwartet, daß Justizminister Ashcroft sein Amt aufgibt. Ashcroft war einer unbeliebtesten Minister im Kabinett Bush. Rücktrittsspekulationen ranken sich auch um Außenminister Powell und den Leiter des Homeland Security Office, Tom Ridge. Gespannt, ob Bush tatsächlich auch einen Demokraten in sein Kabinett holt.

    p.s. FOX bietet auf seiner Frontpage gerade einen Live-Stream der Pressekonferenz an.


  • Ergebnisse nach Landkreis
    Wed, 03 Nov 2004 22:58:15 -0600
    Die vorläufigen Ergebnisse aus den einzelnen Landkreisen liegen vor. In D.C., dem Wahlbezirk des Weißen Hauses, kamen die Demokraten demnach auf 90 Prozent der Stimmen.
    -->CNNs Wahlatlas, regionale Detailergebnisse

  • Nach der Wahl ist vor der Wahl
    Wed, 03 Nov 2004 22:36:18 -0600
    Das Wort "liberal" hat in den USA zunehmend den Status eines Schimpfworts. In verschiedenen republikanischen Blogs taucht heute noch eine neue Variante auf: "secular liberals", "weltliche Liberale", so zum Beispiel bei AndrewSullivan.com, einem der meistgelesenen republikanischen Blogs.
    Sullivan kommentiert die Ermordung des Filmemachers Theo van Gogh durch einen Islamisten in Amsterdam: "This is a useful reminder of the danger that has not gone away. Will Europe's secular liberals condemn it?"


  • Der Glaubens-Graben
    Wed, 03 Nov 2004 22:13:57 -0600
    Das neue Modewort in amerikanischen Polit-Talkshows: "The Faith-Gap". Der "Faith-Gap" ist demnach der Graben zwischen den Born-Again-Christians und dem weltoffenen Amerika.

    Die Kommentare zur Präsidentschaftswahl bei DW-WORLD.DE, dem Online Angebot der Deutschen Welle, und ZDFonline:

    -->"George W. Bush - Präsident einer gespaltenen Nation", DW-World

    -->"Gräben schleunigst wieder zuschütten", der Kommentar von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender.

    Mein eigenes Fazit gärt noch...

    Bis Freitag wird hier noch gebloggt.

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